Die Weihnachtszeit mit ihren Weihnachtsbräuchen ist für viele von euch der Höhepunkt eines Jahres oder für einige nur das Ende des Jahres. Die einen verfluchen diese Zeit, die anderen lieben sie. Der Großteil verbringt die Zeit besonnen mit der Familie zu Hause, andere „flüchten“ vor dem „deutschen Weihnachtsstress“ in andere Teile der Welt und feiern dort mit landestypischen Weihnachtsbräuchen. Dies ist der erste Teil meiner Serie „Weihnachtsbräuche aus aller Welt“ – Unten habe ich euch die weiteren Teile der Serie verlinkt. Heute erzähle ich euch etwas über schwedische Weihnachtsbräuche.

Schwedische Weihnachtsbräuche

Schweden

Santa Lucia

Santa Lucia
Santa Lucia © Fredrik Magnusson

Die Skandinavier läuten die schwedischen Weihnachtsbräuche mit Santa Lucia ein. Dieser Tag wird zu Ehren der Heiligen Lucie aus Syracus in Italien seit ca. 1780 gefeiert. Bevor es den Gregorianischen Kalender gab, war der 13. Dezember der kürzeste Tag des Jahres (jetzt der 21.12) und läutete die Wintersonnenwende ein. Daher ziehen an diesem Morgen junge singende Mädchen mit einer Kerzenkrone durch die Straßen und bringen Licht. Jedes schwedisches Mädchen träumt davon in einem weißen Kleid mit roten Samtband, einem Preiselbeerkranz und einer Kerzen die Gruppe mit Sternenjungen als Lussebrud (Luciabraut) anzuführen. Meistens ist es die älteste Tochter, die an diesem Tag im Mittelpunkt steht. Die offizielle Lucia von Schweden wählen die Schweden sogar in einem Schönheitswettbewerb in Stockholm.

Lussekutter - schwedische Weihnachtsbräuche
Lussekutter © Eric Forsberg

Nach dem Umzug am frühen Morgen wird die Familie von den Tomtar (kleinen Wichteln, die den Hof bewachen) geweckt und die Lucia bringt das Frühstück mit Lussekatter (Hefegebäck mit Saffran), Julkuchen (Pfefferkuchen) und alkoholfreien Glögg (Glühwein mit Mandeln und Rosinen). Auf den Straßen in Schweden ist es nämlich verboten Alkohol zu konsumieren.

Vorweihnachtszeit

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In der Vorweihnachtszeit werden alle Fenster mit Lichterketten und Weihnachtssternen bunt geschmückt. In Stockholm, Malmö, Göteborg und in vielen Herrenhäusern und Schlössern finden traditionelle Weihnachtsmärkte statt. Auf den Märkten gibt es viele Kleinigkeit angelehnt an schwedische Weihnachtsbräuche. Die plüschigen Tomtar sind immer wieder ein beliebtes Mitbringsel und findet ihr auch auf deutschen Weihnachtsmärkten.

Lillejulafton

Schwedenflaggen - schwedische Weihnachtsbräuche
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Die Schweden bereiten schon am Lillejulafton (Tag vor Heiligabend) das traditionelle Smörgåsbord (Festmahl) mit dem Julskinka (Schinken) für den Heiligen Abend zu und glauben daran, dass Ihnen von den drei kleinen Weihnachtswichteln, „Tomtebisse“, „Tomte“ und „Nisse“, geholfen wird. Die Tomtar bekommen aus Dank dafür am Heiligen Abend einen Milchbrei hingestellt. Niemand hat bisher diese Wichtel gesehen, aber wenn der Milchbrei nicht hingestellt wird, dann spielen die Wichtel im nächsten Jahr dir Streiche.

Strohsterne - schwedische Weihnachtsbräuche
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Außerdem wird der Tannenbaum in der Mitte des Raumes aufgestellt und mit Lametta, kleinen Schwedenflaggen*, Strohsternen* oder dem schwedischen Julbock* (Stroh-Ziegenbock-Figuren) geschmückt.

Julbock
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Der Julbock spielt mittlerweile nur noch eine untergeordnete Rolle. Früher war er als Symbol für viele Weihnachtsbräuche in Anlehnung an die nordische Mythologie des Gottes Thor (Zwei Ziegenböcke zogen seinen Wagen). Seit 1966 lebt eine Tradition im Schwedischen Gävle weiter. Dort wird ein 13 Meter hoher und 7 Meter breiter Julbock aufgestellt. Dieser wird fast immer „ungewollt“ von Nicht-Einheimischen angezündet. Das Video zeigt dieses Spektakel im Jahre 2011:

Julafton

Der Heilige Abend beginnt seit ca. 25 Jahren um 15 Uhr mit dem Gucken des Films „Karl Bertil Jonssons julafton“ oder anderen Trickfilmen.

Danach trifft sich die ganze Familie zum Julbord (Essen), Glögg (auch mit Alkohol) und Julmust (Kräuterlimonade) trinken. Anschließend tanzen sie um den Tannenbaum und singen Weihnachtslieder. Die Weihnachtsbaum-Tradition haben die Schweden seit dem 19. Jahrhundert aus Deutschland. Ebenso wie bei uns trägt der gerade und hochgewachsene Baum an seiner Spitze einen Stern und ist mit Kerzen oder Lichterketten (wegen der Brandgefahr in schwedischen Holzhäusern) erleuchtet. Die Schweden haben den Vorteil, dass sie sich den Baum meistens auf ihrem Grundstück selbst schlagen können. Unter dem Baum steht keine Krippe, sondern eine weiße Schneelandschaft, die Tomteland heißt und dem Weihnachtsmann gewidmet ist.

Tomtar - schwedische Weihnachtsbräuche
Tomtar

Nach dem Tanzen bringen die drei Tomtar und Gehilfen vom Jultomte (Weihnachtsmann) aus Lappland mit ihrem Rentierschlitten die Julklapp (Geschenke). Die Tomtar sitzen während der Bescherung draußen und essen ihren Milchbrei, daher sieht man sie nie. Für jedes Geschenk muss der Beschenkte traditionell einen Reim aufsagen und so dem Schenker auf lustige Art und Weise danken. Die Geschenke werden mit einem persönlichen Zeichen und Siegelwachs verplombt. Die Fenster und Türen bleiben während des Festes überall offen, damit Freunde und Bekannte ihre Geschenke hineinstellen können. Die Kinder schreiben ihren Wunschzettel an Tomten, Tomteboda 173 00.

1. Juldag

Am ersten Weihnachtstag gehen die Schweden früh morgens in die Kirche und singen Weihnachtslieder.

Trettondedag

Der sechste Januar Trettondedag jul (dreizehnter Weihnachtstag) wird in Schweden ebenfalls gefeiert. Das kann man in Deutschland mit den Heiligen Drei Königen vergleichen und ist im katholischen Schweden ein gesetzlicher Feiertag.

KnutDer 13. Januar Tjugondag oder auch Knut genannt, kennen viele durch eine Ausverkaufsaktion aus einem schwedischen Möbelhaus. Das geschieht wahrscheinlich nicht wie im Werbesport, aber an diesem Tag wird der Baum sprichwörtlich „zum Fenster heraus“ befördert. Bei den Schweden steht der Baum aber meistens nur im Erdgeschoss eines Holzhäuschens. An diesem Tag werden vereinzelte Abschlussfeste gefeiert und der Weihnachtsbaum geplündert.

God Jul !

Kennt ihr auch schwedische Weihnachtsbräuche oder Traditionen? Welches Land interessiert euch als nächstes? Schreibt es mir in den Kommentaren.

Hier geht es zu den weiteren Teilen der Serie „Weihnachtsbräuche aus aller Welt“:

Weihnachtsbräuche aus aller Welt – Teil 1 schwedische Weihnachtsbräuche

Weihnachtsbräuche aus aller Welt – Teil 2 niederländische Weihnachtsbräuche

Quellen:
www.elchburger.de
www.ferienhausschweden.net

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